Spielbericht – SV Volpertshausen vs. Gießener SV II
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- vor 4 Tagen
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verfasst von Janine „BÖRNIE“ Gradl
Hallo zusammen, ich bin Janine, Spitzname BÖRNIE, und ich übernehme heute den Spielbericht. Bevor wir anfangen, eine kurze Orientierungshilfe für alle, die neu sind, zuschauen oder sich beim Lesen fragen, ob sie aus Versehen in einem anderen Team gelandet sind: Bei uns heißt fast niemand so, wie er eigentlich heißt.
Wir haben Spitznamen, Abkürzungen, liebevolle Verfremdungen und Namen, die nur von genau einer Person benutzt werden. Manche existieren offiziell, werden aber nie gesagt. Andere hört man ständig, findet sie aber in keinem Spielerpass. Kurz gesagt: Verwirrend. Aber herzlich. Und genauso spielen wir auch Volleyball.
Kurzer Überblick für Einsteiger (und alle, die sich heimlich auch noch wundern)
Volleyball ist nicht „Ball über die Schnur“, wie man es vielleicht aus der Schule kennt. Volleyball ist ein Spiel, bei dem sechs Leute auf dem Feld stehen, ständig rotieren, den Ball nicht festhalten dürfen und trotzdem versuchen, ihn mit möglichst viel Wucht und Gefühl auf den Boden der anderen Seite zu bringen.
Dazu kommt:
Nach jedem Punkt wird abgeklatscht.
Vor dem Aufschlag wird geklatscht.
Nach guten Aktionen wird geklatscht.
Manchmal wird einfach geklatscht, weil es sich richtig anfühlt.
Unser Team-Klatschen ist dabei eine eigene Disziplin. Wir ändern es mitten im Spiel, probieren neue Varianten aus und sind selbst nicht immer sicher, wie genau es gerade geht. Für Außenstehende ist das Mitklatschen nahezu unmöglich. Für uns ist es Teamgefühl. Oder Rhythmustraining. Oder beides.
Satz 1 – Okay, wir spielen wirklich schon wieder
Zweiter Spieltag, zweites Spiel. Ich stand am Anfang auf dem Feld und dachte mir kurz: Ach stimmt ja, wir spielen heute nochmal. Die Beine hatten schon eine Meinung dazu, der Kopf war aber noch optimistisch.
Der erste Satz war direkt ein Satz, bei dem man merkt: Das wird heute kein schnelles Ding. Lange Ballwechsel, viel Hin und Her, viel Klatschen. Und ich dachte zwischendurch wirklich: Okay, das hier dauert jetzt einfach so lange, bis irgendwer nachgibt. Spoiler: Wir nicht.
Ich habe im ersten Satz vor allem gelernt, dass man auch dann noch konzentriert bleiben muss, wenn man schon dreimal dachte, der Ball wäre eigentlich längst tot. War er aber nicht. Wir blieben ruhig, spielten unser Ding und holten uns den Satz. Und innerlich war ich sehr froh, dass wir direkt gemerkt haben: Wir können das heute noch.
Satz 2 – Beine schwer, Gedanken auch
Im zweiten Satz wurde schnell klar: Die Beine waren jetzt wirklich da. Und die Gedanken… na ja, sie kamen manchmal eine halbe Sekunde später hinterher. Das Spiel wurde zäher, die Ballwechsel länger und ich stand zwischendurch da und dachte mir: Okay, wir spielen noch Volleyball, oder laufen wir einen Marathon?
Beim Stand von 9:12 nahm Axel die erste Auszeit. Für mich als jemand, der auch erst seit ein paar Jahren Volleyball spielt, ist so eine Auszeit immer spannend. Man hört zu, nickt, denkt sich ja, logisch – und hofft, dass man nach der Auszeit noch genau weiß, wo man stehen muss.
Später, bei 14:18, kam direkt die nächste Auszeit. Klassischer Moment, in dem man merkt: Der Satz rutscht gerade so ein bisschen weg, also versucht man ihn nochmal einzufangen. Spoiler: Hat diesmal nur so mittel funktioniert, aber der Versuch zählt.
Zwischendurch wurde auch gewechselt. Selle kam raus, Steffi kam rein. Und dann passierte das, was für Neulinge – und manchmal auch für mich – immer ein kleines Rätsel ist: Diagonalwechsel.Haben wir gerade einen? Oder nicht? Gute Frage. Was ich inzwischen gelernt habe: Ein Diagonalwechsel sorgt dafür, dass vorne mehr Angriffskraft steht. Oder anders gesagt: Man möchte vorne jemanden haben, der ordentlich draufhauen kann. Und davon haben wir zum Glück einige – Irmi, Jo, Liz, Lena… irgendwer war auf jeden Fall vorne und motiviert.
Der Satz ging am Ende an Gießen. Aber es fühlte sich nicht nach Chaos an, eher nach: Okay, wir wissen wieder, was wir tun. Meistens zumindest.
Satz 3 – Ah, da ist unser Rhythmus
Im dritten Satz hatte ich plötzlich wieder dieses Gefühl von: Ah, so fühlt sich Volleyball an. Die Annahmen wurden ruhiger, das Zuspiel klarer und ich musste weniger überlegen, wo ich jetzt eigentlich hinlaufen muss. Das ist immer ein gutes Zeichen.
Ich merke bei solchen Sätzen immer: Wenn es läuft, denkt man weniger. Und weniger denken ist beim Volleyball manchmal wirklich hilfreich. Alle wirkten präsenter, wacher, sicherer. Der Ball kam öfter dahin, wo er hinsollte, und wenn nicht, war wenigstens jemand da.
Der Satz ging an uns. Und ich dachte kurz: Gut. Das war wichtig. Jetzt bitte genau so weitermachen.
Satz 4 – Bitte jetzt nicht noch kompliziert machen
Vierter Satz. Ich sag ehrlich: In meinem Kopf war da schon sehr viel okay, konzentrieren, nicht nachlassen, einfach spielen. Alle wussten, worum es geht. Keiner hatte Lust auf ein unnötiges Drama.
Es wurde nochmal gewechselt, ein bisschen umgestellt, ein bisschen geschaut, wer gerade wo am besten funktioniert. Kein großes Taktikstudium, eher dieses typische Volleyball-Gefühl von: Das passt gerade. Ich kam raus und Isabel aka Naemi kam rein.
Wir blieben dran, hielten die Energie hoch und – Überraschung – klatschten immer noch sehr viel. Am Ende machten wir den Sack zu und holten uns den 3:1-Sieg. Und ich war vor allem froh, dass wir uns für diesen langen Tag belohnt haben.
Fazit von BÖRNIE
Ich spiele jetzt seit ein paar Jahren Volleyball und bin mir immer noch nicht in jeder Situation sicher, warum wir gerade was genau machen. Aber ich weiß inzwischen: Es funktioniert.
Was ich vor allem gelernt habe: Auf den Trainer zu hören ergibt erstaunlich oft Sinn. Teamgefühl ist alles. Und mit genau diesem Team Volleyball zu spielen, macht einfach am meisten Spaß – selbst an langen Tagen mit schweren Beinen, vielen Klatschvarianten und mindestens einem Moment, in dem man kurz nicht weiß, wo man stehen soll.
Eure BÖRNIE 🏐💙





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