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Schlauchboot statt Trainerbank: Wie Island unseren Auftaktsieg verfolgte

vor 8 Stunden
3 Min. Lesezeit

Der erste Spieltag der neuen Volleyballsaison 2026/27 hatte es gleich in sich.

EIGENTLICH wird in unserer Liga nie ein Spieltag auf das erste September-Wochenende gelegt. Normalerweise. Aber diesmal war es anders. Und ausgerechnet deshalb hatten unser Trainer Axel, Jo und Katha für genau dieses Wochenende schon einen Urlaub gebucht. Sprich: Wir sind ohne Trainer und ohne zwei der Stammspielerinnen (und ohne Stammfan Timon und Mama Biesgen) zu unserem ersten Spiel der Saison nach Neuenhaßlau gefahren. Okay Herausforerung angenommen!


Unsere Gegnerinnen, die Mädels des TG Neuenhaßlau, sind uns zum Glück bestens bekannt – wir pflegen ein freundschaftliches Verhältnis und haben schon oft gegeneinander gespielt (und zusammen gefeiert). Trotzdem war klar: In dezimierter Besetzung wird das hier und heute kein Selbstläufer.

Zum Glück hatten wir Verstärkung: Unsere liebe Inga/o hat an diesem Tag als Coach übernommen. Und weil Technik heutzutage einfach alles möglich macht, gab es sogar eine Live-Schalte zu Axel, Jo und Katha, die während unseres Spiels gerade auf einem Schlauchboot vor Island unterwegs waren und den Livestream auf dem Handy verfolgt haben.

Eisige Temperaturen herrschten aber nur am fernen Gletscher, denn auf dem Feld brannten wir darauf die neue Saison zu starten! In folgender Besetzung liefen wir auf: Börnie und Steffi als Mittelblockerinnen, Irmi als Diagonalangreiferin, unser Neuzugang Kathrin und Märry als Außenangreiferinnen, Hannah und Aileen als Liberas sowie Liz und Lena als Zuspielerinnen. Let´s go!


Der Sieg des ersten Satzes war heiß umkämpft. Er ging schließlich knapp mit 23:25 an Neuenhaßlau. Doch Satz zwei holten wir uns mit 25:21 zurück – 1:1 nach zwei Sätzen. Im dritten Satz lief es dann für die Gegnerinnen richtig gut, sie zogen deutlich davon. Kurz vor Satzende, Neuenhaßlau schon bei 24 Punkten, verletzte sich unsere Irmi bei einer sehr tiefen Abwehraktion an der Oberschenkelrückseite und konnte nicht mehr weiterspielen.

Es folgte eine lange, chaotische Unterbrechung. Wie sollte es nun weiter gehen? Als verletzte bzw. spielunfähige Spielerin, darf man nicht auf das Feld zurück kehren. für den vermeintlich letzten Punkt des Satzes mussten wir also nochmal einen Wechsel vollziehen. Jedoch war dies nicht mehr möglich! Auf der Bank saß Aileen, die aber als Libera nicht einfach für Irmi auf Diagonal eingewechselt werden durfte. Außerdem hatten wir noch unsere Zuspielerin Lena auf der Bank, die jedoch während des Satzes bereits einen Wechsel mit Liz vollzogen hatte. Ein normaler Wechsel war so also nicht mehr möglich. Wir mussten improvisieren: Eine unserer beiden Zuspielerinnen musste für Irmi auf Diagonal ran. Ein "ausnahmsweiser" Spielerwechsel machte es möglich, dass am Ende Lena für Irmi als Diagonalangreiferin eingewechselt worden ist, Liz blieb auf der Zuspielposition. Also turbulente Vorkomnisse und das alles, wenn einmal der Trainer nicht da ist (weiß er doch jegliche Regeln zu Wechseln und Co auswendig im Kopf). Später erfuhren wir, dass genau zu diesem Zeitpunkt auch noch die Übertragung nach Island abbrach und unsere Urlauber nur noch ohne Bild mitbangen mussten.

Den Satz gaben wir dann schließlich noch mit 16:25 ab – wir lagen nun also 1:2 hinten.


Ehrlich gesagt waren wir in diesem Moment ziemlich geschockt und auch etwas ratlos. Aber genau diese chaotische Pause und der Schreck über Irmis Verletzung haben bei uns irgendwie einen Schalter umgelegt: Wir dachten uns, jetzt ist sowieso nichts mehr planbar, die Umstände sind maximal ungünstig, also lasst uns einfach spielen und Spaß haben, ohne etwas erzwingen zu wollen. Und genau das hat uns total befreit. Satz vier holten wir uns deutlich mit 25:17 und spielten uns somit zurück ins Rennen. Es ging in den Tiebreak! Hier schlossen wir an die beflügelte Leistung des vierten Satzes an und legten nochmal nach: 15:9 – und damit den Sieg mit 3:2!


Unsere Coach Inga hat also gleich bei ihrem ersten Einsatz einen Sieg eingefahren und das mit zwei Punkten für uns! Wir waren alle überglücklich, aber natürlich auch in Sorge um Irmi, der wir an dieser Stelle nochmal gute Besserung wünschen. Wir hoffen, dass sie ganz bald wieder mit aufs Feld darf – und dass unser Trainer Axel bei den nächsten Spieltagen wieder mit dabei ist. Ein Start in die Saison, den wir so sicher nicht erwartet hatten, aber der zeigt: Wenn's drauf ankommt, halten wir zusammen!





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